Informationen zur Einstellungssituation
von Lehrerinnen und Lehrern
in Baden-Württemberg

[Letzte Aktualisierung: 05.07.2007 19:04:03]

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Die Einstellungssituation für Lehrkräfte ist seit über 25 Jahren in Baden-Württemberg ungünstig. Trotz stetig steigender Schülerzahlen konnte jahrelang nur jede dritte Bewerberin bzw. Bewerber direkt nach Abschluß der Ausbildung mit einem Arbeitsplatz an staatlichen Schulen rechnen. Ein weiterer Teil der BewerberInnen wurde wenigstens mit einem befristeten Vertretungsvertrag ausgestattet. Durch den nachhaltigen Einsatz der GEW und dem öffentlichen Druck hat das Land Baden-Württemberg die Zahl der Stellen in den vergangenen zwei Jahrzehnten um mehr als zehntausend erhöht. Die Einstellungssituation hat sich zudem in einzelnen Schularten dank den von uns in den Jahren 2001-2006 durchgesetzten zusätzlichen 5.500 Stellen erheblich verbessert, trotzdem bringt vor allem die ungleiche Versorgungssituation in den verschiedenen Regionen und Schularten oft noch lange Wartezeiten auf ein Einstellungsangebot mit sich. Besser könnte es in den kommenden Jahren werden, wenn sich die Zahl der Zurruhesetzungen in einem überalterten Berufsstand fast verdoppelt. Voraussetzung wäre allerdings, dass diese Stellen auch im Zeichen rückläufiger Schülerzahlen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung und Unterstützung pädagogischer Reformen alle wieder besetzt werden.

Aktuelle Stellensituation 2007

Leider sieht es aktuell so aus, dass die entsprechende Beschlusslage im CDU-(Wahl)Programm 2005 und Aussagen der Herren Oettinger, Rau und Strathaus vor der Landtagswahl nur wahlkampforientiertes Lippenbekenntnis bleiben. Zwar wurden Lehrerstellen aktuell nicht gestrichen, sondern nur "eingefroren" - die Wirkung auf die Einstellungschancen ist gleich.

521 Stellen sind bzw. werden gesperrt. Gleichzeitig werden die Unterrichtsverpflichtungen der Lehramtsanwärter und Referendare um eine Stunde erhöht und die Ressourcengewinne bei der Unterrichtsversorgung durch Einsparungen bei den Einstellungen ausgeglichen. Zum 01.09.2007 werden deshalb weitere 272 Stellen und zum 01.08.2008 nochmals 77 Stellen (insgesamt 349 Stellen) nicht mehr besetzt.

2007/2008 werden somit insgesamt 870 freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt

Gesperrte Stellen GHS RS BS Summe
zum 1.09.2006* 245 35 70** 350
zum 1.02.2007* 125 14 - 139
zum 1.02.2008 32 - - 32
Summe Schulart 402 49 70 521
* Diese Sperrungen wirken sich auf die Kapazitäten der Lehrereinstellung im Februar bzw. Sommer 2007 aus.
** Diese Stellen wurden nur deshalb in die Sperrung miteinbezogen, weil nach Abschluss des Nachrückverfahrens im Berufsschulbereich keine adäquaten Bewerbungen für noch offene Stellen vorhanden waren.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich bisher mit Erfolg gegen einen Stellenabbau eingesetzt und die Schaffung zusätzlicher Beschäftigungsmöglichkeiten eingefordert. Immerhin wurde die Stellenzahl bereits von 1997 bis 2001 um mehrere Tausend erhöht und seit 2001 nochmals mehr als 5.000 Stellen. Dass wir dabei nicht immer so erfolgreich waren, wie wir uns dies gewünscht hätten - nämlich Einstellungsmöglichkeiten für alle ausgebildeten Lehrkräfte zu schaffen - ist trotzdem offensichtlich. Gewerkschaftliche Aktionen und Verhandlungen waren jedoch ebenso offensichtlich nicht wirkungslos. Dies wäre uns nicht gelungen, wenn wir nicht mit über 40.000 Mitgliedern die stärkste Gewerkschaft im Bildungsbereich in Baden-Württemberg wären.

Den oben geschilderten Stellenabbau zu verhindern wird schwer sein, da rückläufige Schülerzahlen den Bedarf an Lehrerstellen nicht mehr so offensichtlich erscheinen lassen. Das Kinderland Baden-Württemberg sollte jedoch auch erkennen, dass pädagogische Reformen und zukunftsfähiges Lernen nicht mit Stellenabbau einhergehen kann.

Auf den nachfolgenden Seiten sollen mehrere Aspekte und Fakten zur Einstellungssituation aufgeführt und Hinweise auf alternative Beschäftigungsmöglichkeiten gegeben werden. Auf jeden Fall sollten auch die entsprechenden Informationen auf der offiziellen Seite des Kultusministeriums und auf der Seite der Landes-GEW konsultiert werden.

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